Barmherzigkeitsstift wurde vor 200 Jahren gegründet

Aus dem alten Objekt Krankenhaus Kamenz ist ein Betreutes Wohnen entstanden.
Kamenz. Am 3. Januar 1826, also vor (fast) genau 200 Jahren, wurde in Kamenz der „Cosmopolitische Barmherzigkeitsstift für Arme Kranke“ eröffnet. Mit ihm bekam Kamenz das dritte städtische Krankenhaus in ganz Sachsen. Zu verdanken hatte die Stadt dies in erster Linie ihrem Physikus Johann Gottfried Bönisch, der die treibende Kraft hinter dem für die damalige Zeit höchst zukunftsweisenden Bauprojekt war. Ab 2000 stand das mächtige und das Stadtbild an dieser Stelle prägende Gebäude leer. Mehrere Nachnutzungsversuche, unter anderem als Museum für den aus Kamenz stammenden Künstler Baselitz, schlugen fehl. So war es nur folgerichtig, dass die Stadt Kamenz das Barmherzigkeitsstift zum Verkauf ausschrieb und 2018 den Zuschlag an die in Bautzen ansässige Hentschke Bau GmbH für die Errichtung einer barrierefreien und altersgerechten Wohnanlage erteilte.
Im Frühjahr 2021 ging es dann tatsächlich los mit dem Umbau. Als Betreiberin der Wohnanlage fand sich die Westlausitzer Pflegeheim und Kurzzeitpflege GmbH, eine Tochtergesellschaft der Oberlausitz-Kliniken gGmbH mit Sitz in Bautzen. „Aus dem alten Objekt Krankenhaus Kamenz ist ein wunderschönes Betreutes Wohnen entstanden. Es besteht aus einem Neubau mit 23 betreuten Wohnungen und aus dem Altbau, in dem sich 28 Wohnungen befinden. Letzterer besteht aus dem ursprünglichen Krankenhausgebäude und zwei Anbauten. Außerdem hat sich ein Arztehepaar entschlossen, hier eine Praxis zu eröffnen, und unser Pflegedienst ’Am Herrental’ zieht ebenfalls mit in das Gebäude ein“, berichtete Prokuristin Kerstin Mildner kurz vor der Inbetriebnahme im Juni 2023. Und so bildet das Barmherzigkeitsstift nun, 200 Jahre nach seiner Eröffnung und 25 Jahre nach seiner Schließung, wieder eine Stätte, in welcher der ursprüngliche, am Giebel verewigte Leitspruch gelebt wird: „Seyd barmherzig.“