Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

„Bitte redet jetzt
endlich mit uns!“

„Bitte redet jetzt
endlich mit uns!“

Die Raucherlounge gehört zum Enjoy – darin ist sich Geschäftsführerin Ramona Hoerold mit vielen Stammgästen einig.

Alternativer Text Infobild

Das Enjoy bietet der Stadt Bautzen eine langfristige Perspektive für die Belebung dieses wichtigen Standortes.

Was plant die Stadt Bautzen für die Raucherlounge des „Enjoy“? Die Betreiberfamilie will jetzt endlich Klarheit.

Bautzen. Ist das Bautzener „Enjoy“ in Gefahr? So lautete die Überschrift einer Meldung, die der „Oberlausitzer Kurier“ in der Vorwoche veröffentlichte. Auslöser waren eine Online-Petition sowie ein im Internet veröffentlichtes Video, die beide genau diese Frage nahe legen. Der Beitrag in der vergangenen Woche endete mit dem Hinweis, dass die Recherchen noch nicht abgeschlossen sind. Dies ist nun der Fall – und dennoch gibt es nach wie vor viele Fragen. Doch der Reihe nach: „Es begann damit, dass uns angekündigt wurde, dass der Planer für den Umbau der elektrischen Anlage, der zuvor schon einmal da gewesen war, noch einmal kommen müsse“, berichtet Enjoy-Geschäftsführerin Ramona Hoerold. „Zu diesem Termin erschienen dann sieben Personen. Sie stellten sich nicht bei uns vor, gingen schnurstracks in den Bereich, in dem sich unsere Raucherlounge befindet und begannen dort, Aufmaße zu nehmen. Auch auf Nachfrage wurde mir nicht erklärt, was der eigentliche Zweck des Besuches ist. Daraufhin habe ich die Personen aus unserem Lokal verwiesen.“ Zwischenzeitlich habe es noch einen zweiten Termin gegeben, der „etwas besser lief.“ Dennoch sind bei Ramona Hoerold und ihren Mitarbeitern Angst und Verunsicherung geblieben – und zwar darüber, ob sie das Enjoy auch künftig so wie in den vergangenen 16 Jahren mit der Raucherlounge betreiben können. 

Denn zwischenzeitlich ist zu ihnen durchgesickert – „offiziell hat mit uns noch niemand darüber gesprochen“ – dass die Stadt Bautzen möglicherweise andere Pläne für diesen Gebäudebereich hat. Bekanntlich befindet sich das „Enjoy“ im Gewandhaus, das der Stadt Bautzen gehört und quasi „Wand an Wand“ einen Teil der städtischen Verwaltung beherbergt. Dies erhärtet eine Aussage des BBBz-Stadtrates Volker Bartko in dem oben genannten Video, in dem sich dieser wie folgt äußert: 

„Ursprünglich ging es um die elektrische Anlage, die tatsächlich überlastet war und bei der die Stadt ’Gefahr im Verzug’ sah. Diese Gefahr wurde zwischenzeitlich beseitigt. Wir sind dann mit der Stadt so verblieben, dass eine ordentliche Elektroplanung gemacht werden muss.“ 
Dies sei bis heute sein Kenntnisstand, so Bartko. Weiter erklärt er: „Zwischenzeitlich kam das Thema mit der Raucherlounge dazu, dass man da eine städtische Einrichtung hineinbringen möchte.“ Für die entsprechende Raumplanung seien neben dem Elektro- noch weitere Planer erschienen. „Es wäre sicher fair, Hoerolds nun einmal zu sagen, das oder das haben wir geplant – oder es kann so weitergehen wie bisher“, erklärt Volker Bartko abschließend im Video.

Die Stadtverwaltung Bautzen nimmt auf Anfrage des Oberlausitzer Kurier wie folgt Stellung: „Zwischen der Stadtverwaltung Bautzen und Herrn Hoerold besteht für das benannte Objekt ein unbefristeter Pachtvertrag. Der Pächter möchte eine Vertragsanpassung. Die jeweiligen Inhalte müssen beidseitig verhandelt werden. Es handelt sich daher um laufende Verhandlungen zu einem privatrechtlichen Pachtverhältnis, zu denen zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren öffentlichen Auskünfte erteilt werden können.“ 

Die konkrete Frage nach städtischen Planungen für den Gebäudeteil „Raucherlounge“ bleibt dabei unbeantwortet. In einer Diskussion der öffentlichen Facebook-Gruppe „Das ist Bautzen“ heißt es vonseiten des städtischen Accounts Bautzen.de: „Unsere zuständigen Kollegen stehen im Austausch mit Fam. Hoerold. Im Oktober 2025 erhielten sie die Information, dass die Raucherlounge beplant werden soll. Im Dezember bekamen sie eine Zwischeninfo, dass die Planungsunterlagen noch nicht vorliegen.“

Für Ramona Hoerold sind all diese Auskünfte unbefriedigend: „Die Stadt erklärt, dass wir einen unbefristeten Pachtvertrag haben. Das mag zwar formal richtig sein; aber jeder unbefristete Vertrag ist kündbar. Und wir haben Angst, dass die Stadt uns eine Änderungskündigung übergibt, nach der die Raucherlounge nicht mehr dazugehört.“ Da diese Vertragsgestaltung keine hinreichende Planungssicherheit gewähre, habe man der Stadt Bautzen einen zehnjährigen Festvertrag mit zweimaliger Verlängerungsoption angeboten. „Wenn wir nicht bald Klarheit haben, dann müssen wir selbst überlegen, ob wir nicht die Reißleine ziehen“, so Ramona Hoerold weiter. „Ohne die Raucherlounge lässt sich das Enjoy nicht wirtschaftlich betreiben.“ Dabei gehe es nicht nur darum, dass die Raucher beim Zug an der Zigarette nicht das Lokal verlassen müssen: „Dort befinden sich auch ein Notausgang, die Kühlbox für die Fässer und der Tank für die Zapfanlage.“ Davon abgesehen stelle es für einen Großteil der Stammgäste ein Ritual dar, sich von Zeit zu Zeit in die Lounge zurückzuziehen. „Wir bieten der Stadt Bautzen eine langfristige Perspektive für die Belebung dieses wichtigen Standortes, unsere nächste Generation steht bereits in den Startlöchern“, so Ramona Hoerold. „Hier geht es um die Existenzen von ganzen Familien und darum, dass wir die Stadt an 365 Tagen im Jahr beleben.“ Und sie appellier

Uwe Menschner / 01.02.2026

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Die Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Weitere aktuelle Artikel