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Singen verbindet über alle Grenzen

Singen verbindet über alle Grenzen

Inkeri Hannonen leitet den ersten Workshop für Popularmusik in Kamenz. Mit den einstudierten Stücken werden die Teilnehmer am nächsten Tag den Gottesdienst in der St.-Just-Kirche musikalisch gestalten. Foto: Beate Diederichs

Kamenz. Vier Stunden haben die rund vierzig Teilnehmer im Kirchgemeindehaus auf der Pulsnitzer Straße in Kamenz geprobt. 

Nun, kurz nach 14 Uhr an diesem fast sommerlichen Märztag, spielt Inkeri Hannonen zum letzten Mal einige Begleitakkorde auf dem Klavier an, bevor es in die Pause und dann hinüber zur St.-Just-Kirche geht. Fünf Stücke hat die junge Kantorin, die aus Finnland stammt, für den Popularmusik-Workshop „When the Spirit of the Lord...“ ausgewählt. 
Einen modernen Mix aus Swing, Funk, Pop und Gospel, natürlich mit christlichem Hintergrund. Das zog ein generationenübergreifendes Publikum an – jüngere und ältere Erwachsene, Jugendliche und Kinder. 

„Mit diesen Workshops erreiche ich auch Leute, die einfach gerne singen, aber sonst nicht in die Kirche gehen“, sagt Inkeri Hannonen. Auch die musikalische Vorerfahrung der Teilnehmer ist breit gefächert – während manche regelmäßig im Chor aktiv sind, wirken andere zum ersten Mal bei einem solchen Vorhaben mit. „Die Herausforderung für mich ist es dann, die Leute mit ihren unterschiedlichen Vorkenntnissen zu einem musikalischen Ganzen zusammenzubringen“, kommentiert die studierte Kirchenmusikerin. 

Bis 16.30 Uhr werden die Teilnehmer des Workshops nun in der Kamenzer St.-Just-Kirche proben. Denn dort sollen sie beim Gottesdienst am 8. März für die musikalische Gestaltung sorgen. Da die Temperaturen in der Kirche alles andere als frühsommerlich sind, haben sich die meisten einen wärmenden Pullover übergezogen. Auch Inkeri Hannonen hat sich einen Schal umgelegt, bevor sie sich ans Instrument setzt. In einem Karton liegen die Gesangbücher, in denen die Texte und Noten der Popularmusik nachzulesen sind, die die Gruppe zu Gehör bringen wird. Es sind deutsche und englische Stücke darunter. „Ich möchte den Menschen vermitteln, welche Kraft die Popularmusik hat“, betont Inkeri Hannonen. 

Die Kantorin kann bei diesem ersten derartigen Workshop in Kamenz darauf zurückgreifen, welche Erfahrungen sie bei ähnlichen Veranstaltungen an anderen Orten sammelte. Seit 2023 hat sie eine befristete Projektstelle inne, bei der sie vor allem mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeitet. Innerhalb des Kirchenbezirks Bautzen-Kamenz wirkt sie nicht als „klassische“ ortsgebundene Kantorin, sondern studiert, wo immer sie gebraucht wird, Kindermusicals ein, leitet Konfirmations-Singen oder bietet Workshops an. „Ich freue mich besonders, dass ich hier etwas zur Popularmusik machen kann, weil es das bisher in Sachsen noch wenig gibt“, sagt Inkeri Hannonen. Die junge Mutter hofft, dass das auch noch möglich sein wird, wenn ihre Projektstelle demnächst ausläuft. Denn seit 2023 ist ihr Lebensmittelpunkt in der Region: Mit ihrem Partner, dem Pfarrer Christoph Schröder, und dem gemeinsamen Kind lebt sie in Cunewalde. 

Inkeri Hannonen stammt ursprünglich aus Helsinki, lernte in ihrem Heimatland Deutsch und blieb nach einem Auslandssemester in Halle in unserem Land. Das Studium der Kirchenmusik, das sie in Finnland begonnen hatte, beendete sie hier. Die Popularmusik begeistert sie schon lange: Nach ihrem Masterabschluss in Halle absolvierte sie eine zweijährige Weiterbildung in diesem Fach an der Kirchenmusikhochschule Dresden.

Beate Diederichs / 16.03.2026

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