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Eine Bibliothek für die Bibliotheken

Eine Bibliothek für die Bibliotheken

Die Kreisergänzungsbibliothek in Kamenz beliefert andere Bibliotheken des Landkreises mit Medien – für große und kleine Nutzer gleichermaßen. Foto: KEB

Die Kreisergänzungsbibliothek (KEB) – eine Einrichtung des Landkreises Bautzen in Kamenz versorgt öffentliche Einrichtungen des Landkreises mit Medien. „Außerdem beraten wir sie und führen Veranstaltungen in unseren Räumen und vor Ort durch“, sagt Leiterin Cordula Mechela. 

Kamenz. Nutzt man privat eine Stadtbibliothek, lässt man sich einen Ausweis ausstellen und entleiht dann Medien. Die Kreisergänzungsbibliothek Bautzen in Kamenz funktioniert anders, erläutert Leiterin Cordula Mechela: „Wir sind nicht für Privatnutzer da, sondern für Kommunen und deren Bibliotheken sowie für öffentliche Einrichtungen wie Kitas, Horte, Schulen und Institutionen der Pflege.“ Da beispielsweise haupt- und nebenamtlich geleitete Stadt- und Gemeindebibliotheken im großen Landkreis Bautzen oft nur ein geringes Budget für die Anschaffung von Medien hätten, versorge man sie flächendeckend mit diesen. Knapp fünfzig dieser Bibliotheken und mehrere andere Einrichtungen arbeiten regelmäßig mit der Kreisergänzungsbibliothek (KEB) zusammen. In ihren Unterlagen sieht Cordula Mechela, welche Bibliotheken regelmäßig und persönlich die KEB nutzen. Kommen die Mitarbeiter aus den Gemeindebibliotheken nach Kamenz, um Medien abzugeben und neue mitzunehmen, sind sie oft schwer beladen: „Sie bringen mitunter 400 bis 500 Exemplare in zehn bis zwölf Kisten mit und packen ebenso viele ein, die sie dann für einen längeren Zeitraum vor Ort anbieten“, berichtet die Bibliotheksleiterin. Daher lobt sie die günstige Lage der acht Räume, die die KEB seit November 2022 im Erdgeschoss des Gebäudes der Kreisvolkshochschule auf der Macherstraße nutzt: Sie sind ebenerdig und gut vom Parkplatz vor der Tür und von den Haltestellen des Nahverkehrs zu erreichen. Cordula Mechela, die ab 1981 in der Kamenzer Stadt- und Kreisbibliothek eine Ausbildung im Bibliothekswesen absolvierte, fasst kurz die Geschichte der Einrichtung zusammen: 1996 trennten sich Stadt- und Kreisbibliothek. Letztere zog in den mehrstöckigen Neubau, in dem sich zu dieser Zeit auch das damalige Albert-Schweitzer-Gymnasium befand. 2017 legte man die Bestände der Kreisbibliotheken von Bautzen und Kamenz zusammen – zur KEB Bautzen in Kamenz, die nun die einzige Einrichtung ihrer Art im Landkreis ist. Derzeit verwalten Cordula Mechela und ihre Mitarbeiterin Beate Sonntag rund 45.000 Medien: Literatur, Zeitschriften, DVDs, Datenträger zum Hören für Kinder, wie Tonies, Spiele, Bildtafeln für das Kamishibai-Erzähltheater oder Zusatzmaterial für Veranstaltungen. 

Für die Gemeindebibliotheken funktioniert die Ausleihe auch anders: Bei den Medientouren, die Cordula Mechela und Beate Sonntag einmal pro Quartal anbieten, bringen sie die bestellten Bücher oder Filme hin. „Manchmal arbeiten dort Menschen, die schon etwas älter sind oder die eine lange Strecke bis nach Kamenz zurücklegen müssten. Wenn sie sich in unseren jährlichen Terminplan eintragen, beliefern wir sie.“ Öffentliche Einrichtungen wie Kitas und Schulen nutzen die Angebote der KEB ebenfalls. „Grundschulen bitten uns beispielsweise, Material zu einem Thema zusammenzustellen, oder fordern unsere Themenkisten an.“ Wie bei den Gemeindebibliotheken läuft das Miteinander hier in beide Richtungen: Kinder und Betreuer suchen die KEB auf oder die beiden Mitarbeiterinnen fahren für Veranstaltungen in die jeweilige Institution. Da Cordula Mechela Sorbisch spricht, kann sie auch Angebote in dieser Sprache realisieren. In diesen Wochen beteiligt sich die KEB wie jedes Jahr zudem am Buchsommer Sachsen. Um für die Kinder und Jugendlichen dafür brandneue Bücher zu kaufen, greift sie auf ein besonderes Budget zurück, mit dem der Freistaat Sachsen die Veranstaltung fördert. 

Apropos Budget: Mit der Förderung des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien erwirbt die KEB regelmäßig Medien nach den Vorschlägen der Gemeindebibliotheken. „Die Leute dort wissen am besten, was ihre Kundschaft will“, meint Cordula Mechela. Buchreihen und die Tonies für die jüngsten Nutzer seien sehr gefragt, fügt sie hinzu, auch Biografien und Reisebeschreibungen fänden ihre Leser. „Und Krimis gehen immer!“

Beate Diederichs / 29.07.2026

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