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Hundertjahrfeier in Niederreichenbach

Hundertjahrfeier in Niederreichenbach

Die ersten Aktiven der Niederreichenbacher Wehr anno 1925 sind gefunden. Foto: Verein Spritzenhaus Niederreichenbach e.V.

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Wiedereinweihung und Straßenfest 2025 mit der Brassband „Dörte. Foto: Dagmar Ickert

Reichenbach. Nicht nur das Feuerwehrdepot Reichenbach in der Nieskyer Straße feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum; auch in Niederreichenbach wurde zeitgleich das kleine Spritzenhaus, dessen geplanter Abriss vor ungefähr einem Jahrzehnt für Wirbel sorgte, fertiggestellt.

Bereits 1925 entschied man sich in der Stadt Reichenbach das zentrale Feuerwehrdepot an der Nieskyer Straße zu bauen. Daran sollte sich die damals noch selbstständige unmittelbar anliegende Gemeinde Niederreichenbach beteiligen und jährlich eine feste Summe beitragen. Doch die Gemeindevertretung von Niederreichenbach entschied sich stattdessen für Eigenständigkeit und die Gründung einer eigenen Feuerwehr. Am 4. November 1925 fand im damaligen „Gerichtskretscham Niederreichenbach“ – der heutigen Gaststätte Mäusebunker – eine allgemeine Gemeindeversammlung statt. Die Abstimmung fiel einstimmig aus: Alle Anwesenden stimmten für die Gründung einer eigenen Freiwilligen Feuerwehr für die Gemeinde Niederreichenbach und den Gutsbezirk Niedereichenbach – dem heutigen Niederhof. Spontan traten 25 aktive und 20 inaktive Mitglieder bei.

Mit Unterstützung des damaligen Landrates des Kreises Görlitz – begünstigt durch die Eingemeindung von Rauschwalde in die Stadt Görlitz – konnte die Gemeinde Ende 1925 eine zwar gebrauchte, aber damals hochmoderne Handdruckspritze für Pferdezug nebst 100-Meter-Druckschlauch für 2.050 Reichsmark erwerben.

Nach dem Bau des eigenen Spritzenhauses erfolgte die feierliche Einweihung im Beisein von Ehrengästen und Prominenz. Gemeindevorsteher Robert Neumann übergab das Spritzenhaus und die Ausrüstung an die Kameraden. Die Festredner hoben damals besonders hervor, mit welcher Entschlossenheit und Schnelligkeit die kleine Gemeinde diesen Meilenstein erreicht hatte.

Die ersten Einsätze führten die Niederreichenbacher Wehr unter anderem nach Schöps, beim Brand des Hotels „Zur Sonne“ in Reichenbach, beim Brand der Holzmühle in Arnsdorf sowie bei Bränden im Heimatort, wofür sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Das Spritzenhaus entwickelte sich in den Folgejahren rasch zum zentralen Dorfmittelpunkt.

Nach der Eingemeindung Niederreichenbachs in die Stadt Reichenbach 1957 wurde es noch viele Jahre von der Feuerwehr genutzt. Zwar hat es heute für den aktiven Brandschutz keine materielle Bedeutung mehr, doch es ist ein schützenswertes, historisches Kleinod, dass bis heute nahezu unverändert erhalten bzw. wieder entsprechend rekonstruiert wurde.
Die feierliche Wiedereinweihung des Spritzenhauses und das gemeinsame Straßenfest im letzten September sind den Niederreichenbachern noch in bester Erinnerung. Weil sich gezeigt hat, wie stimmungsvoll in Niederreichenbach gefeiert wird, soll diese Tradition fortgeführt werden – fest verankert im Jahreslauf immer am ersten Samstag im September. In diesem Jahr gibt es dazu nun einen besonderen Anlass: Das Spritzenhaus wird stolze 100 Jahre alt!

Der Verein Spritzenhaus Niederreichenbach e.V. lädt dazu am 5. September, ab 16.00 Uhr, bei Kaffee und Kuchen, abends bei Regionalem vom Grill, direkt am Spritzenhaus in Niederreichenbach ein, ge-meinsam in Erinnerungen zu schwelgen.

Dagmar Ickert / 02.09.2026

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