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In Bautzen zum Gesellen geschlagen

In Bautzen zum Gesellen geschlagen

Dachdeckermeister Stefan Pietschmann schlägt den ausgelernten Lehrling Luca Schuster zum Gesellen. Zuvor wurde ihm sein „Sündenregister“ vorgelesen. Foto: Carmen Schumann

Am 4. September erhielten 90 Lehrlinge aus Handwerksberufen ihren Gesellenbrief. Darunter waren zwölf, die mit besonders guten Leistungen glänzten.

Bautzen. Die Lehrlingsfreisprechung fand im Deutsch-Sorbischen Volkstheater statt. Die Tatsache, dass für die Festrede Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gewonnen werden konnte, spricht für die Wertschätzung, die das Handwerk genießt. Der Ministerpräsident lobte den Berufsethos der Handwerker, ihre Kammern und Innungen und die Traditionen, die hochgehalten werden.
Diese Traditionen konnte man auch wieder bei der Veranstaltung beobachten. So wurden zu Beginn die Innungsfahnen hereingetragen, dieses Mal gemeinsam von den Innungsobermeistern mit einem jungen Handwerker. Sodann wurde die Innungslade geöffnet, in der sich die Gesellenbriefe befanden, und vom Obermeister der Tischlerinnung Ulrich Lange eine Kerze angezündet.
Zu den Traditionen gehört auch das Freischlagen, das von der Dachdeckerinnung auf humoristische Weise vollzogen wurde.

Kreishandwerksmeister Frank Scholze appellierte an die Politik, dass die Berufsschulstandorte im ländlichen Raum erhalten bleiben müssen, wofür er zustimmenden Beifall erhielt. Das Handwerk sei das Fundament der Wirtschaft. Scholze dankte allen Ausbildern, die diese Aufgabe schultern. Immerhin koste die Ausbildung eines Lehrlings rund 80.000 Euro. Leider bilden nur zehn Prozent aller Handwerksbetriebe überhaupt aus. Es müssten verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. In vielen Betrieben werden Nachfolger gesucht. Dies biete große Chancen für die junge Handwerkergeneration. Das Lernen höre nicht auf, denn auch im Handwerk müssen die modernen Technologien beherrscht werden.

Insgesamt erhielten 90 junge Leute ihre Gesellenbriefe. Sie wurden in den Berufen Maler und Lackierer, Elektroniker, Friseure, Tischler, Dachdecker, Bäcker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Fleischer, Maurer, Hochbau- und Tiefbaufacharbeiter, Ausbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Trockenbau, Fachverkäufer, Automobilkaufleute sowie Kaufleute für Büromanagement ausgebildet. Zwölf von ihnen zeichneten sich durch besonders gute Leistungen aus und wurden deshalb extra geehrt.

Carmen Schumann / 20.09.2026

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