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Kultur, Kino, Kulinarik und Kabarett

Kultur, Kino, Kulinarik und Kabarett

Der „Kultur.Frittag“ gehört zu den kulturellen Veranstaltungen, die sich im „B 28“ in Bischofswerda fest etabliert haben. Dabei kann man immer an einem Sonntag im Monat Kulinarik und Kultur genießen. Foto: Beate Diederichs

Der Verein „Regenbogen“ betreibt das „B 28“ in Bischofswerda. Jetzt spielt neben dem Kinder- und Jugendtreff und dem Offenen Treff der Generationen dort Kultur eine wachsende Rolle: Der „Kultur.Frittag“ läuft seit zwei Jahren mit wachsendem Zuspruch. Die thematischen Kinoabende werden im April zum zweiten Mal stattfinden und sollen bald Bestandteil des Programms sein. 

Bischofswerda. Platz für Kultur ist genug im „B 28“ in Bischofswerda. Das ebenerdige Gebäude auf der Belmsdorfer Straße 28 ist großzügig geschnitten. Es beherbergte früher einen Kindergarten und ein Jugendhaus. Der zentrale Ort darin ist der rund 140 Quadratmeter große Saal, der sich mit ein paar Handgriffen für verschiedene Zwecke umrüsten lässt. Eine Terrasse ist daran angebaut. Nach hinten erstreckt sich ein großer Garten für Freiluft-Veranstaltungen – mit einem Partyzelt als Schlechtwetter-Option. Das Haus riecht noch neu. Denn bis vor drei Jahren wurde es gründlich saniert. Der Verein „Regenbogen“ e. V., der 1993 gegründet wurde, hat seit 2017 sein Domizil hier. Seine Aktivitäten werden seit sechs Jahren unter anderem aus ESF-Mitteln gefördert. Karsten Richter, der seit 2024 beim „Regenbogen“ arbeitet, lässt seinen Blick über die Wände des Saals schweifen. Er hat an ihnen ein Hängesystem für Bilder angebracht und kümmert sich nun darum, dass dort aller zwei Monate eine neue hochwertige Ausstellung zu sehen ist. Derzeit hängen hier Fotos mit Jazz- und Blues-Szenen, die der internationalen Initiative „Jazz World Photo“ mit Ursprung in Tschechien entstammen. Sehr stilvoll, viel Schwarz-Weiß und gedeckte Farben. Man sieht, dass jemand mit einem Auge fürs künstlerische Detail die Kollektion ausgewählt hat. „Kultur ist mein Steckenpferd. Daher möchte ich ihr hier mehr Platz geben“, sagt Richter, der vorher unter anderem beim „Steinhaus“ in Bautzen tätig war. 

Unter Kultur, die er hier etablieren möchte, versteht Karsten Richter anspruchsvollere Angebote, die im ländlichen Raum zu wenig stattfinden. So wie den „Kultur.Frittag“, einen kulturellen Brunch, der an jedem ersten Sonntag im Monat um 10 Uhr startet. Zwei Jahre gibt es ihn schon: der erste „Frittag“ fand am 7. April 2024 statt. Die damalige Ausstellungseröffnung war mit etwa 40 Gästen „solide besucht“, wie sich Richter erinnert. Seitdem seien die Besucherzahlen stetig gewachsen. Er versucht immer wieder andere künstlerische Facetten anzubieten – mal Stand-Up Comedy, mal Puppentheater für Erwachsene, verschiedenste Konzerte, Improvisationstheater oder Kabarett. Bei der Veranstaltung am Osterwochenende, die ausnahmsweise am Montag steigt, werden vier bildende und ein Mundart-Künstler zu erleben sein. Für den „Frittag“ – das Wort ist eine Kombination aus „Frühstück“ und „Mittag“ – stellen Karsten Richter, seine Kollegen und mehrere ehrenamtliche Helfer die Tische und Stühle zu Inseln zusammen, an denen je zwölf Leute Platz finden. „Dabei kommen zwanglos Besucher ins Gespräch, die sich vorher meist nicht kannten.“ Kultur ist dabei ab 12 Uhr angesagt. Wer mag, kann danach noch Kaffee und Kuchen genießen. Tickets sind fürs Gesamtpaket oder nur für den kulturellen Teil erhältlich. Mit den Einnahmen finanziert man das Angebot. Eventuelle Überschüsse fließen in andere Projekte des „Regenbogen“ und in die Kinder- und Jugendarbeit.

Neben dem „Kultur.Frittag“ und anderen spannenden Formaten, wie Kultur.Inklusiv-Veranstaltungen, will Karsten Richter nun ein weiteres kulturelles Standbein fest verankern: Kino. Im letzten Juli startete der „Regenbogen“ in Zusammenarbeit mit dem „Steinhaus“ e. V. Bautzen ein Pilotprojekt: das Sommerkino mit vier Terminen, die mit durchschnittlich rund 70 Gästen gut besucht waren. Im April kommt die Fortsetzung: das Frühjahrskino mit französischen Filmen, einmal sogar umrahmt von kulinarischen Spezialitäten eines lokalen französischen Restaurants. „Wir werden nicht jede Woche Filme zeigen, aber einmal im Quartal einen thematischen Block von vier Veranstaltungen anbieten“, erläutert Richter. Jeweils einer der Filme soll, wenn möglich, besonders Menschen mit Behinderung in den Fokus rücken, sowohl im Film als auch vor der Leinwand. Denn die Idee, Menschen mit und ohne Einschränkungen kulturelle Angebote gemeinsam genießen zu lassen, liegt nicht nur Karsten Richter sehr am Herzen.

Beate Diederichs / 01.04.2026

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