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SVT 18.16: Görlitzer Botschafter für Dresden-Prag

SVT 18.16: Görlitzer Botschafter für Dresden-Prag

Der Görlitzer Schnelltriebwagen VT 18.16.10 im Nürnberger Verkehrsmuseum Foto: Dirk Uloth

Dresden/Görlitz. Wie in der vorletzten Ausgabe angekündigt, hat die SVT Görlitz gGmbH für die Aufarbeitung und Modernisierung des legendären „Görlitzer“ Schnellverkehrstriebwagens VT 18.16.07/10 einen Fördermittelbescheid über 300.000 Euro erhalten.

Die Mittel des Freistaates stammen aus dem für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stehenden Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR, dem sogenannten „PMO-Vermögen“. Den Zuwendungsbescheid übergab Verkehrsminister Martin Dulig an Mario Lieb, dem Geschäftsführer der SVT Görlitz gGmbH.
„Die Gesellschaft bewahrt mit der Erhaltung des Zuges ein Stück lebendige sächsische Industriekultur. Mit seiner besonderen Geschichte und seinem schnittigen Design gehört der Zug zu den Eisenbahnlegenden. Mit dem klangvollen Namen Vindobona, den der Zug einst auf seinen Fahrten von Berlin über Dresden nach Prag und Wien trug, kann er künftig auch ein Botschafter für das ehrgeizige Projekt der Neubaustrecke Dresden-Prag werden“, so Minister Dulig, der weiter betonte: „Wir wollen den Schienenverkehr insgesamt stärken und ihn zum festen Bestandteil unserer Anstrengungen zum Klimaschutz machen. Insofern bin ich mit den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen im Schienenverkehr sehr zufrieden.“

Fahrt nach 20 Jahren Stillstand ist das Ziel

„Unser Ziel ist es, 2023 auf die erste Fahrt zu gehen – nach 20 Jahren Stillstand des Zuges und 60 Jahre nach der Messepräsentation des Baumusterzuges. Wir wollen mit diesem historischen Zug Menschen und Regionen verbinden, Kulturaustausch fördern und somit einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten“, erklärte Geschäftsführer Mario Lieb. „Gerade der SVT, welcher für den internationalen Schnellverkehr entwickelt und gebaut wurde, ermöglicht es, diese Aufgabe zu erfüllen und damit einen Beitrag über den musealen Anspruch hinaus zu leisten.“ Der vor 60 Jahren beim Waggonbau Görlitz für die Deutsche Reichsbahn konstruierte und gebaute Schnellverkehrstriebwagen wurde erstmals auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1963 vorgestellt. Das Einsatzgebiet des Zuges lag viele Jahre lang im hochwertigen Fernverkehr der Deutschen Reichsbahn. Die bekanntesten Ziele waren Malmö, Kopenhagen, Karlsbad (Karlovy Vary), Prag und Wien.

Wirtschaftlicher Betrieb

Eine zufällige Frage am Frühstückstisch, warum dieser Zug nicht mehr betriebsfähig sei, führte zum Projekt der betriebsfähigen Aufarbeitung des „SVT Bauart Görlitz“. Damit war die Basis für die Gründung der gemeinnützigen GmbH mit dem Ziel der Realisierung des Vorhabens geschaffen. Beim Eigentümer des Zuges traf das Projekt auf offene Ohren, damit konnte dieser vom DB Museum übernommen werden. Dank des großen Engagements zahlreicher Mitstreiter und Partner konnte eine Projektfinanzierung erarbeitet und mit ersten Teilarbeiten begonnen werden. Die Rekonstruktion findet gegenwärtig in einer Wagenhalle des ehemaligen Bahnbe-triebswagenwerkes Dresden-Altstadt statt. Unter der Projektidee „Ein Zug für Mitteldeutschland“ sollen zwei Triebköpfe und vier Mittelwagen aufgearbeitet und langfristig wirtschaftlich betrieben werden. Die Kosten dafür belaufen sich nach gegenwärtigem Stand auf rund fünf Millionen Euro. Davon werden knapp 3,4 Millionen Euro durch den Bund gefördert. Ziel hierfür ist, die wesentlichen Arbeiten 2022 abzuschließen und im Frühjahr 2023 die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme zu erhalten.

Till Scholtz-Knobloch / 26.12.2021

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