Am Gottesacker im Urwald Surinams

Kinder mit Wassermelonen am Ufer des Flusses, der dem Staat den Namen Surinam gab. Foto: Andreas Herrmann
Herrnhut. Im März 2026 reiste Andreas Herrmann mit einer Gruppe aus Deutschland und der Schweiz nach Surinam. Die ehemalige Kolonie Niederländisch Guayana an der Nordküste Südamerikas ist bis heute stark von der Kolonilgeschichte und Kultur geprägt. In der Hauptstadt Paramaribo erinnern koloniale Holzhäuser und die niederländische Sprache an diese Vergangenheit. Gleichzeitig gilt Surinam als eines der vielfältigsten Länder Südamerikas: Nach der Abschaffung der Sklaverei wurden Arbeiter aus Indien, Java (damals Niederländisch Ostindien) und China auf die Plantagen geholt. Eine Symbiose von Religionen, Traditionen und Küchen entstand.
Die Gruppe besuchte den Gottesacker in Paramaribo, auf dem Missionare ruhen, die mit Herrnhut und der Geschichte der Brüdergemeine verbunden sind ebenso wie das UNESCO-Welterbe „Judensavanne“. Ein Höhepunkt war die Fahrt in das abgelegene Binnenland des tropischen Regenwaldes. Viele Orte dort sind ausschließlich per Boot erreichbar. Die Region ist geprägt von dichter Natur, kleinen Dörfern der Marron – Nachfahren ehemals versklavter Afrikaner – und einfachen Lebensbedingungen. Gleichzeitig ist das schwer zugängliche Buschland auch Rückzugsraum für Schmuggler und Drogenkriminalität. Trotz solcher Probleme gilt Surinam heute als vergleichsweise friedliches Land, auch wenn es in den 80er-Jahren einen Bürgerkrieg im Landesinneren gab.
Andreas Herrmann berichtet am Donnerstag, dem 18. Juni, 19.00 Uhr im Völkerkundemuseum über die Reise.âtsk