Historische Reise durch Bautzen in 160 Bildern

Aus Eberhard Schmitts umfangreichem Archiv kommen im neuen Buch viele Fotos wohl zum ersten Mal ans Licht der Welt. Foto: Carmen Schumann
Kürzlich ist ein neuer Bildband von Eberhard Schmitt erschienen. Er lässt anhand von 160 meist unveröffentlichten Aufnahmen seine Heimatstadt in ganz neuem Licht erscheinen.
Bautzen. Bildbände über Bautzen gibt es schon viele. Das neue Bautzen-Buch von Eberhard Schmitt mit dem Untertitel „Eine historische Bilderreise“ schließt eine Lücke, von der man nicht gedacht hätte, dass es sie überhaupt gibt. Denn der Heimatforscher hat es geschafft, Bilder zusammenzutragen, die selbst der eingefleischteste Bautzen-Liebhaber so noch nicht gesehen hat. Die meisten Fotos sind aus dem eigenen reichhaltigen Fundus des Fotografen Eberhard Schmitt. Ergänzt hat er die Zusammenstellung mit Bildern von Oskar Kaubisch, Hans Joachim Nitschmann und Walter von Fritschen sowie Theodor Schütze. Von einigen wenigen Aufnahmen konnten die Urheber nicht ermittelt werden.
Auf Fremdaufnahmen musste der Autor, Jahrgang 1951, vor allem für die ersten Kapitel zurückgreifen, die von den „Wunden des Krieges“ und dem „Verfall“ berichten. Um das Ganze abzurunden, fügte er drei Postkarten hinzu. Ansonsten konnte Eberhard Schmitt aus seinem umfangreichen Archiv schöpfen, aus dem nun viele Fotos wohl zum ersten Mal das Licht der Welt erblicken. Für Bürger und Liebhaber der Stadt Bautzen ist es ein riesiges Vergnügen, in den Aufnahmen zu stöbern, die viele Erinnerungen wachrufen und so manches Vergessene wieder aufleben lassen. Im Gegensatz zu anderen Bildbänden dieser Art sind oft auch Personen die Haupt-Akteure auf den Bildern. Unter anderem Personen, die die jüngere Stadtgeschichte prägten, wie zum Beispiel der Heimatforscher Herbert Flügel, Uhrmachermeister Rainer Scholze oder der Baubürgermeister Peter Hesse, die leider nicht mehr unter uns weilen. Eberhard Schmitt war dabei, wenn irgendwo ein Turmknopf abgenommen oder ein Gerüst aufgestellt wurde. Unter anderem dokumentierte er auch den Abriss des Hochhauses am Kornmarkt oder Besuche prominenter Persönlichkeiten in der Spreestadt. Heute macht man ungewöhnliche Aufnahmen mit einer Drohne. Eberhard Schmitt musste noch auf hohe Türme oder Baukräne klettern, um besondere Perspektiven einzufangen. Den Türmen und ihrer Verschönerung widmet der Autor ein eigenes Kapitel. Weitere Abschnitte des Buches drehen sich um Kirchen, Glocken, Hohe Feste, Bildung und Wirtschaft sowie Kultur und Sport. Das Leben in der Stadt wird mit all seinen Facetten aufgezeigt. Gut, dass Eberhard Schmitt so viele wichtige Geschehnisse mit seiner Kamera festgehalten hat. Somit ist ein Geschichtsbuch im besten Sinne entstanden.
Es war eine mutige Entscheidung, als Titelbild die „Schokoladenseite“ der Stadt, nämlich den Blick auf die Wahrzeichen Alte Wasserkunst und Michaeliskirche zu zeigen – aber gezeichnet durch die Wunden des Krieges: Der Kirche fehlt die Spitze und die heute fehlende Bebauung auf dem Wendischen Kirchhof ist als Trümmerlandschaft zu sehen. Angesichts kriegerischer Ereignisse in der Gegenwart kann dies auch eine Mahnung sein. Eltern oder Großeltern sollten der jungen Generation dieses Buch vor Augen führen. Es hat das Erbe der jüngsten Vergangenheit in einer gelungenen Auswahl zwischen zwei Buchdeckel gebracht. Das Buch „Eine historische Bilderreise“ von Eberhard Schmitt erschien im Sutton Verlag, ISBN: 9783963036248.