Rückschau auf die Ziegeleigeschichte der Region

Ehemalige Ziegelei Meißner in Hähnichen Foto: Museum Niesky
Niesky. „Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – Vom Ziegeleiwesen im Raum Niesky“ heißt eine neue Sonderausstellung, die am 26. April, 15.00 Uhr, im Nieskyer Konrad-Wachsmann-Haus eröffnet wird. Recherchen haben ergeben, dass es zwischen Rietschen und Kodersdorf einst über 30 Ziegeleien zu unterschiedlichen Zeiten gegeben hat. Angefangen bei den sogenannten Ziegelscheunen der Rittergüter, über erste gewerbliche Kleinziegeleien mit eher kleinen Brennöfen bis hin zu großen Industriebetrieben im 20. Jahrhundert mit internationalem Absatz reicht das Spektrum der Baustoffherstellung in der Region. Mit dem Aufkommen der technisch spezialisierten Ziegeleien am Beginn des Industriezeitalters wurden Ziegel als Baumaterial erschwinglich und änderten so das Erscheinungsbild der Dörfer in der Lausitz.
Bei der Zusammenlegung von Nieder- und Ober-Rengersdorf, Kodersdorf und Torga 1938 zu einer Gemeinde setzte sich etwa trotz der größeren historischen Bedeutung von Rengersdorf die Benennung zu Kodersdorf durch, weil der Ort mit Bahnhof und Ziegeleianschluss in der Neuzeit an Gewicht gewonnen hatte. Die Ausstellung beschreibt die Spuren und historischen Hintergründe der Ziegel-, Dachstein-, Steinzeug- und Schamotteherstellung im Raum Niesky von der Frühen Neuzeit bis zu ihrem Ende in den 90er-Jahren. Sie ist bis zum 4. Oktober zu besichtigen.