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„Ich bin gespannt, wie alles wächst“

„Ich bin gespannt, wie alles wächst“

Hereinspaziert! Maren Friedel heißt im „Herzwerk“ alle willkommen, die zwischen Handgemachtem stöbern, einen Kaffee trinken oder sich mit anderen austauschen wollen. Foto: Beate Diederichs

Kamenz. Eigentlich suchte Maren Friedel nur nach einem Praxisraum. „Bis vor einigen Monaten führte ich die Gespräche mit den Ratsuchenden online und von zu Hause aus. Das funktionierte aber nicht sehr gut“, erzählt die psychologische Beraterin. Maren Friedel stammt aus dem Tecklenburger Land und zog vor sieben Jahren zu ihrem Partner nach Gersdorf, ins Haselbachtal. Dort sanieren die beiden mit viel Aufwand ein altes Haus. Erdgeschoss und Dachboden sind schon weitgehend fertig, so dass die große Patchworkfamilie mit vier Kindern Platz findet. Ruhe zum Arbeiten fand Maren Friedel dabei aber nicht. So stellte sie ein Gesuch ins Internet. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mit meinem schmalen Budget etwas finden würde.“ Doch neben zwei, drei anderen Angeboten stieß sie auf die Räume in der Kamenzer Rosa-Luxemburg-Straße, in denen einst „Foto-Steinborn“ beheimatet war: Rund einhundert Quadratmeter, zentral gelegen, mit einer großen Schaufensterfront, die die Laufkundschaft hineinblicken lässt. Im einstigen Studio hat die Beraterin tatsächlich ihre Praxis eingerichtet. Eine Schiebetür trennt diese von dem Raum, der als Laden genutzt wurde.

„Ich fragte mich, wie ich diesen füllen soll, und kam auf die Idee mit dem Handmade-Store, dem Geschäft für Selbstgemachtes.“ Auf Regalen stehen nun Produkte von über zwanzig regionalen Händlern: vom Honig über Kerzen und Anhänger zu Marmeladen und Kinderkleidung. „Schokoladen und Gewürze sollen noch dazukommen“, kündigt Maren Friedel an. In dem weiten Raum hat sie mit ihrem Mann und Freunden eine kleine Bar aufgebaut und große Tische aufgestellt. So kann sie den „Store“ gleichzeitig als Gemeinschaftsraum nutzen. Ein Zimmer in dem Komplex, wahrscheinlich das einstige Labor, ist noch frei. „Dort darf in der Zukunft auch etwas entstehen“, sagt die Beraterin.

Im September begannen Maren Friedel und ihre Mitstreiter, das Lokal auszubauen: strichen oder spachtelten Wände, errichteten die Theke, verlegten Teppiche, brachten Vorhänge und Lichtleisten an. Am 13. November eröffnete das „Herzwerk“. Sie hätten ordentlich Gas gegeben, meint Maren Friedel, und dabei auf die Unterstützung des Vermieters zählen können. Das „Herzwerk“, diese Kombination aus Laden, Gruppenraum und Praxis, sei vor allem ein Familienprojekt, betont die Initiatorin. „Ich bin gespannt, wie alles in der kommenden Zeit wächst.“ Die Beratungstermine seien nahezu ausgebucht. Maren Friedel konzentriert sich vor allem darauf, Frauen in Konfliktsituation zu unterstützen. Durch einen Perspektivwechsel hilft sie ihnen, Überforderung und emotionale Blockaden zu meistern. Ihr Interesse an menschlichem Miteinander brachte sie auch dazu, den Gemeinschaftsraum zu etablieren. „Hier sollen Menschen einander begegnen.“

Auf Maren Friedels Programm dafür stehen beispielsweise kostenlose Müttertreffs und Spielerunden sowie Frauenabende und Kreativ-Workshops, für die ein kleiner Betrag bezahlt werden muss. „Zum ersten Frauenabend kamen gleich dreißig Teilnehmerinnen. Auch bei der Einkaufsnacht war das „Herzwerk“ brechend voll“, berichtet sie. Maren Friedel wird nun beobachten, wie ihr Projekt langfristig angenommen wird, und denkt auch über eine Gastro-Anmeldung nach. Die bisherige Resonanz stimmt sie optimistisch. „Ein Gast sagte vor kurzem: Genau so 

Beate Diederichs / 17.01.2026

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