Neuer Lesestoff für Heimatfreunde

Nr. 37 ist frisch erschienen. Foto: Görlitzer Sammlungen
Region. Nicht allein Wolfgang Rösler – siehe Titelgeschichte – hat zum Jahresbeginn für neuen Lesestoff über Görlitz gesorfgt. Pünktlich noch vor Weihnachten ist bereits die neue Ausgabe des Görlitzer Magazins erschienen. Ausgabe 37 ist in den Museumsshops der Görlitzer Sammlungen im Kaisertrutz und im Barockhaus erhältlich und auch online bestellbar. Das jährlich erscheinende populärwissenschaftliche Magazin widmet sich auf 120 Seiten einem breiten historischen Spektrum an Forschungsbeiträgen und Essays. Im Mittelpunkt der Ausgabe steht das Titelinterview „Schwebende Malerei“, in dem der Kunsthistoriker Kai Wenzel mit dem international tätigen und 1940 in Görlitz geborenen Künstler Hans-Peter Menge spricht. Menge reflektiert darin seine Prägung durch Görlitz, seine Begegnungen mit Künstlern wie Gerhard Richter, Joseph Beuys und Andy Warhol sowie sein eigenes künstlerisches Denken zwischen Ordnung und Chaos. Das Interview ist eingebettet in die aktuelle Präsentation seiner Gemälde in der Galerie der Moderne im Kaisertrutz. Stadtarchivar Siegfried Hoche beleuchtet Zauberei- und Hexenprozesse im frühneuzeitlichen Görlitz, während Amelie Merguet mit Eberhard Wolfgang Giese einen Görlitzer Chronisten des NS-Zeit in den Blick nimmt. Steffen Menzel ist gleich mehrfach vertreten: mit einem Beitrag über eine doppelseitig gravierte Einbandplatte des 16. Jahrhunderts aus Görlitz, mit einer Untersuchung zu einer Zürcher Bibel aus dem Besitz von Bartholomaeus Scultetus oder auch einem Bericht aus der Arbeit der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften 2024.
Agata Stasinska widmet sich dem monumentalen Kruzifix aus der Görlitzer Dreifaltigkeitskirche, Constanze Herrmann zeichnet den Weg vom Wetterkabinett zum Blitzableiter nach. Peter Arnade erinnert an Kurt Arnade, einen deutschen Offizier und Juden, während Jasper von Richthofen auf 25 Jahre Förderverein der Görlitzer Sammlungen zurückschaut. Ergänzt wird das Heft durch die Übersicht zu den Neuerwerbungen 2024 sowie durch den Jahresbericht der Freunde der Görlitzer Sammlungen von Wolfgang Möller.
Der frühe Elektrobetrieb in Schlesien mit Görlitz
Mit opulentem Bildmaterial von Winfried und Oliver Rettig rund um den Görlitzer Bahnhof und Neißeviadukt startet die Neuerscheinung: „Eisenbahnalbum Schlesien, Band 1 Elektrischer Betrieb 1911-1945“ auf dem Weg nach Kohlfurt (Wegliniec) und Richtung Hirschberg (Jelenia Gora). Den Auftakt der Elektrifizierungen im Reich legte schon 1896 die Strecke Lauban (Luban) – Marklissa (Lesna). Die Reichsbahn führte den damals letzten Schrei der Moderne dann auf Schlesiens und Oberbayerns Bergstrecken wegen der hohen Dauerzugkraft auch bei geringer Geschwindigkeit mit E-Loks ein, zumal es dabei keinen Leistungsabfall in Tunneln, weniger Verschleiß und keine Rauchbelastung gab. Angesichts der Fotos mit stetigem Fernverkehrsbetrieb bei diesem technischen Vorsprung leidet der geschichtsbewusste Görlitzer hier Höllenqualen.
